Freund und Feind

Wem frommt solche Rede?
Ich poche an die Tür, werde gewahr der Stimme einer Frau: „Freund oder Feind?“
Welchem Behufe mein Besuch dient? Die Frage ganz Furcht vor dem, was zu tun mir im Sinn liegt: zu schaden, nicht zu schaden, zu nutzen?
Überbringe ich die Nachricht vom Tod ihres Gatten als Feind?
Die Botschaft verschafft mir herzlichen Einlass. Künde ich vom Ende des Tyrannen als Freund?
Die Replik eines Kritikers meiner Texte lässt keinen Gedanken unwidersprochen.
Ist er Feind meiner Reflexion, zeigt sich als Freund? Bewunderer meines Denkens, das er nicht teilt, hält er von meinen Fehlern mehr, als von dem Richtigen manch Anderer.
Was ist der Mensch? Freund, Feind und wem ist er solches, im Tun, in der Haltung, im Sein?
Sind „Freund“ und „Feind“ leere Begriffe?
Menschen werden unter sie gezwungen, auf strategische Weise gefüllt sind sie Kampfbegriffe, militärische Semantik.
Kann Krieg erklärt werden ohne „Freund“ und „Feind“?

Veröffentlicht von nebelkammer

Heidelberg Gedanklich orientierte Lyrik in freier Versform

4 Kommentare zu „Freund und Feind

  1. Es ist so schwierig, allgemeine Begriffe zu erklären, die doch erklärbar sind nur im je einzelnen Fall. Aber wie sollen wir über die Einzelfälle hinaus uns die Welt erklären, ohne Missverständliches zu sagen.
    Das Erklären ganz zu unterlassen, scheint auch keine Lösung – außer natürlich im Falle des Krieges.

    Gefällt 1 Person

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